Wer die Ängste der Menschen beherrscht, wird Herr ihrer Seelen.
Angst ist das älteste Werkzeug der Macht. Nicht Gewalt, nicht Gesetze — Angst. Sie braucht keine Ketten. Sie baut Käfige im Kopf der Menschen.
Wir leben in einer Zeit, in der Krisen unser Leben beherrschen — sie werden kuratiert, dosiert, gerahmt. Der dauerbeschallte Mensch verliert den Zugang zu sich selbst und sucht Halt dort, wo man ihm Halt anbietet: bei denen, die das Narrativ der Bedrohung kultivieren.
Foucault nannte es Disziplinarmacht. Heute nennen wir es Social Media.
Die Frage ist nicht: Wovor habe ich Angst? Die Frage ist: Wer hat ein Interesse daran, dass ich Angst habe?
Bewusstsein beginnt mit Unbehagen, dem Mut, Fragen zu stellen und mit der Erkenntnis: Wer dir sagt, wer dein Feind ist, beherrscht bereits deine Angst.